Was ist überhaupt Psychotherapie? Wozu Psychotherapie?

Viele von Ihnen stellen sich wahrscheinlich die Frage, was Psychotherapie überhaupt ist und wozu man sich überhaupt auf einen psychotherapeutischen Prozess einlassen sollte? Zumindest waren dies die häufigsten Fragen, mit denen ich in meinem bisherigen Alltag konfrontiert wurde, wenn ich über meinen Beruf sprach. Deshalb soll Ihnen diese Seite zunächst eine fachliche begriffliche Definition über Psychotherapie liefern. Darauf aufbauend, möchte ich mit meinen eigenen Worten den Begriff Psychotherapie erklären und auch Gründe liefern, weshalb Ihnen eine Psychotherapie helfen könnte.

Der Arzt, Philosoph, Psychotherapeut und gleichzeitig auch Begründer der Psychotherapieschule Jakob Levy Moreno (1889 – 1974) formulierte treffend, dass Psychodrama

… „diejenige Methode [ist], welche die Wahrheit der Seele durch Handeln ergründet“ (Moreno 2008: 77).

Eine andere mögliche Definition des Begriffes Psychhodrama Psychotherapie könnte folgendermaßen lauten:

Begriffsdefinition

Psychodrama:
griechisch ψυχή psyche = Seele
und δράση drama = Handlung, Vorgang

So wie die Medizin – ist Psychotherapie  –  ein wissenschaftlich fundiertes Heilverfahren. In der Psychotherapie werden Körper und Seele als eine Einheit betrachtet. Krankheiten, Symptome oder Leidenszustände sind demnach Ursache oder Ausdruck von seelischem Ungleichgewicht.

Die Wirkung der Psychotherapie liegt vor allem in der heilsamen Vertrauensbeziehung zwischen PsychotherapeutIn und KlientIn und der einfühlenden Anteilnahme des/der PsychotherapeutIn. Um die besondere Vertrauensbeziehung zwischen KlientIn und PsychotherapeutIn zu schützen, unterliegen PsychotherapeutInnen einer gesetzlich verankerten Verschwiegenheitspflicht.

 Psychotherapie kann für Sie sinnvoll sein, wenn Sie sich in einem der folgenden Sätze wiederfinden können:

  • Sie haben Schmerzen, Schlafstörungen, Schwindel, Herzrhythmusstörungen oder andere körperlichen Beschwerden, und der Arzt kann keine körperliche Ursache feststellen.
  • Seit längerer Zeit halten Sie sich nur noch mit Aufputsch-, Beruhigungs- oder Schlafmitteln (Psychopharmaka) aufrecht.
  • Ohne ersichtlichen Grund bekommen Sie rasend Herzklopfen und Angst, dass Sie sterben müssen.
  • Sie haben Ängste, die Sie belasten oder einschränken, z. B. vor dem Kontakt mit Ihren Mitmenschen, vor Autoritäten, vor großen Plätzen, vor engen Räumen, vor Prüfungen etc.
  • Es plagen Sie oft Gedanken, über die Sie mit niemandem reden können (Scham- und Schuldgefühle, Hassgefühle, Unzulänglichkeitsgefühle, das Gefühl, verfolgt oder fremdbestimmt zu werden etc).
  • Sie fühlen sich antriebs- und lustlos, erschöpft oder ständig überfordert.
  • Sie sind oft niedergeschlagen und habe keine Freude am Leben.
  • Sie sind traurig und vereinsamt.
  • Sie befinden sich in einer belastenden Situation (z. B. schwere Krankheit, Todesfall, Arbeitslosigkeit, Scheidung, Trennung, Unfall etc.), die schwer zu bewältigen ist.
  • Sie denken manchmal an Selbstmord und/oder Ihr Leidensdruck ist sehr groß.
  • Sie leben in einer Beziehung, die Sie sehr belastet.
  • Sie fühlen sich durch Ihre Kinder dauerhaft überfordert.
  • Sie haben wiederkehrend große Probleme im Kontakt mit anderen Menschen (z. B. am Arbeitsplatz).
  • Sie sind süchtig – nach Alkohol, Drogen, Essen, Sex, Liebe, Spielen.
  • Sie fühlen sich innerlich gezwungen, ständig dasselbe zu denken oder zu tun (z. B. zwanghaftes Waschen, Zusperren, Grübeln u. ä.), obwohl dies Ihr Leben sehr einengt.
  • Sie kommen mit Ihrer Sexualität nicht zurecht.
  • Sie haben Angst vor Entscheidungen.

Quelle: Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie